Freitag, 24. März 2017

Röggvarfeldur reloaded II

Bei meinem letzten Besuch in Island habe ich von verschiedenen Leuten schwarzes Islandvlies bekommen. Wieder zu Hause habe ich angefangen, das Tog (die langen Deckhaare/Grannenhaare) vom  Þel (der feinen weichen Unterwolle) zu trennen. Das wird traditionell in Island so gemacht, das þel wird zu feinem weichen Garn versponnen, Tog wird für beanspruchtete Kleidung oder Teile davon gebraucht oder als Nähfaden.

Hier ist ein Teil des Vlieses und man kann die unterschiedlichen Haare schon an ihrer Länge erkennen.




Das Tog (übrigens ein ethymologischer Zusammenhang mit unserem ziehen, zog, gezogen ist durchaus erkennbar) hängt meistens an den Spitzen etwas zusammen, so dass man es leicht fassen kann und herausziehen.
















Hier kann man schön die getrennten Fasern sehen, links das Tog und rechts die Unterwolle, die ich für spätere Projekte aufhebe, weil ich sie diesmal nicht brauche.

 Jeweils zwei solcher Büschel werden an den Enden zusammengelegt und etwas miteinander verdreht.












Ich werde pro Reihe etwa 16 Büschel brauchen und wollte mal wissen, wieviel Zeit ich dafür benötige. Fertig zum Weben brauche ich für die 16 Locken etwa 19 min. Ich werde zum Schluss zählen wie viele Reihen der Webpelz hat.


Freitag, 10. März 2017

Röggvarfeldur reloaded

Vor ziemlich genau 4 Jahren (Eins, zwei, drei im Sauseschritt läuft die Zeit, wir laufen mit) habe ich hier schon einmal den Versuch, einen Röggvar- oder auch Vararfeldur genannten Webpelz herzustellen, in einer kleinen Beitragsserie beschrieben, hier findet ihr die Beiträge. Jedenfalls einen Teil davon, denn Blogger hat mir bei der Überarbeitung Beiträge gefressen, sie sind nicht mehr zu finden.
Deshalb haltet euch bitte an das Inhaltsverzeichnis hier, die Verlinkungen unten auf den Seiten führen leider zum Teil ins Nichts.
http://textileflaeche.blogspot.is/p/inhaltsverzeichnis.html


Es ging eine Bestellung ein mit der Bitte nach einem Röggvarfeldur: So schwarz wie möglich. Als größeres Projekt für meinen Aufenthalt hier kommt mir das grad gelegen und ich möchte meine Erkenntnisse von vor vier Jahren mit einfließen lassen.
Natürlich gibt es auch neue Veröffentlichungen und Erkenntnisse, die im Laufe der Entwicklung hier mit aufgeführt werden, zum Beispiel sind mir in der Zwischenzeit viele Funde von Webpelzen aufgefallen. Einen davon, nämlich den Webpelz von Schleswig der wahrscheinlich als Zierelement am Kragen eine Jacke angebracht war, hat Silvia Bestgen auf ihrem Blog beschrieben
https://zeitensprung.blogspot.is/2016/02/webpelz-aus-schleswig-teil-1.html
natürlich gibt es auch andere Nachwebungen, meist auf Gewichtswebstühlen wie
hier
oder hier.

In den nächsten Tagen werde ich hier den Prozess schildern und meine Überlegungen dazu.

Sonntag, 5. März 2017

Aufwärmarbeit

Nach dem sich hier lange nichts getan hat, möchte ich nun aber wieder die Arbeiten dokumentieren, die ich hier in meiner art residency machen möchte. Ich bin seit dem 1.3. wieder im TextilSetur in Blönduós für die nächsten vier Wochen und habe mir Webarbeit mitgebracht.
Zum Aufwärmen habe ich mit einem Textil der armen Leute von Lonne Hede angefangen.
In Dänemark in Westjütland wurde 1969 und 1995 ein Gräberfeld aus der Zeit des 1. Jahrhunderts nach Christus ausgegraben. Darin befanden sich neben anderen Grabbeigaben auch der Eichensarg einer Frau, in dem sich durch die Nässe und die Gerbsäure der Eiche Textilien erhalten haben.

Diese Textilien waren so gut erhalten, dass es schon einige Reproduktionen gab, unter anderem auch ein Projekt der Universität Kopenhagen

http://ctr.hum.ku.dk/tecc/loennehede/

 Ich bin ebenfalls angefragt worden für eine Reproduktion und natürlich mach ich das gern, auch wenn da noch einiges an Recherche zu machen war.
Nun ja, kurz und gut, leider sind die Veröffentlichungen dazu rar. Es gibt etwas im 2. NESAT-Band und einen Aufsatz von Ida Demant sowie etliche Bruchstücke überall im Netz. Man gebe nur mal Lonne Hede bei Google ein und schaue sich die Bilder an.

Ich habe mir als erstes ein Textil ausgesucht, das ich so noch nicht gesehen habe. Es gehört zum Fundkompley des Grabes 2 und Ida Demant schreibt dazu:
"........Under that a red and white diamond twill appeared. It was a rectangu-lar piece which was lying folded double; it had probably been wrapped around the body originally. The size of the fabric can be roughly estimated as 40 cm wide and 100 cm long. It was vis-ible in most of the area where textiles were present so my guess is that this grave belonged to a very small person, perhaps even a child."
Ida Demant, Artikel in NESAT IX, S.86.
Übersetzung:
"........Unter diesem erschien ein roter und weißer Diamantköper. Es war ein rechteckiges Stück, das dort doppelt gefaltet lag: es war vielleicht ursprünglich um den Körper gewickelt.  Die Größe des Textils konnte nur grob geschätzt werden mit 40 cm Breite und 100 cm Länge. Es war dort sichtbar, wo die Textilien  lagen,  ich vermute, dass im Grab eine sehr kleine Person lag, vielleichht sogar ein Kind."


Da die Reproduktion für eine erwachsene Person gedacht ist, stand ich vor dem Dilemma soweit wie möglich originalgetreu rekonstruieren oder anpassen?  Ich entschied mich für eine Modifikation, schließich sollen die Textilien ja tragbar sein.
Bei der Planung ging ich also davon aus, die angegebenen Maße um die Hälfte zu vergrößern, d.h. das fertige Stück soll 60 cm breit und etwa 150 cm lang sein. Im Original war das Textil rot mit weißen Streifen, auch da entschied ich mich zu einer Veränderung und färbte noch in D für die Kette entsprechend viel Garn blau.
 Die Gewebedichte war relativ grob mit 8/7 Fäden pro cm. Deshalb konnte ich für den Schuss Lettlopi verwenden, die ich hier vor Ort gekauft habe.
Das  Besondere an diesem Stoff sind zwei Details:
1. ist der Stoff in einer Hälfte als Fischgrät gwoben, aber dann als Diamantköper, jeweils mit weißen Streifen in Halbpanama und

2. hat der Schal an allen vier Seiten Fransen, das galt es bei der Durchführung zu berücksichtigen.

Die Einrichtung eines fremden Webstuhls ist immer ein kleines Abenteuer, auch Webstühle haben ein geheimes Innenleben.
Und so war ich auch mit dem Fach nicht besonders zufrieden, aber es war so grad zu machen und der Schal war dann relativ schnell fertig.




Montag, 17. Oktober 2016

Buch: Refashioning Viking Age Garments

Mein Buchhalter hatte mir während meines Aufenthaltes in Island das Buch

Refashioning Viking Age Garment
Archeology at the Saxon Institute, University of Copenhagen
Editor: Henriette Lyngstrom
Copenhagen 2015



bestellt.











Aufmerksam geworden auf das Buch war ich schon vor zwei Jahren durch ein Video bei youtube, das mich jetzt nicht sonderlich überzeugt hatte, vor allem auch wegen der Darstellung eine hypothetischen Walküre.
https://www.youtube.com/watch?v=zNsBchvUYU0

Da das ganze aber im Rahmen eines Seminars beim Studienprojekt 'Vikingetid i Danmark' stattfand, und auch einige durchaus bekannte Namen vertreten waren, habe ich die Dokumentation mal ganz leise bei meinem Mann geordert ;-)

Das Buch ist auf den ersten Blick nicht so überzeugend, Aufmachung wie bei Book On Demand, wenig strapazierfähiges Softcover, Bildqualität nun ja, aber wie heißt es so schön: 

Don't judge a book by its cover

Etwas ärgerlich: es gibt keine Inhaltsangabe mit Seitenangabe, nur eine Auflistung von Autoren mit den Überschriften ihrer Artikel. Dabei aufgeführt auch der Name des Instituts/Universität, für die sie schreiben.
Es sind immerhin 16 Autoren, die sich auf jeweils 2 - 8 Seiten mit einem bestimmten Teilaspekt bei der Reproduktion/Rekonstruktion wikingerzeitlicher Mode beschäftigen. Neben Wissenschaftlerinnen und Vertretern einiger (Freilicht)Museen kommen hier auch 'Laien' zu Wort wie Hilde Thunem, an deren Überlegungen man im Netz kaum vorbeikommt, wenn man sich ernsthaft mit einer wikingerzeitlichen Darstellung befasst.
http://urd.priv.no/
Dabei auch die Inhaberin (?) des Shops https://www.historiskedragter.dk/
die zum Thema Kommerzielle Nutzung schreibt.
Überhaupt ist die Bandbreite der Artikel hoch, es geht von der theoretischen Annährung an das Thema (Archeological Reconstructions: Between fact and effect, Sorensen) über generelle Themen wikingerzeitlicher Textilherstellung, des Materials und der Werkzeuge (Strand, Mannering, Skals) über Spezialgebiete wie Brettchenweben (Knudsen) und Färberei (Jensen), die Frage nach einer GUTEN Rekonstruktion (Demant/Batzer, im wesentlichen eine englische Ausgabe ihrer Posterpräsentation der NESATtagung  http://www.nesat.de/esslingen_xi/abstracts/24_Demant.pdf) bis hin zum Gebrauch von Textilien in einer rekonstruierten Umgebung (Ojantakanen) und vieles mehr.
Dabei können die Autoren, auf Grund der Kürze der Artikel natürlich nicht in die Tiefe gehen, einige Artikel dümpeln dann auch sehr an der Oberfläche, andere geben dennoch gute Denkanstöße und geizen auch nicht mit weiterführender Literatur. Ich denke dass die Studenten einen recht guten Einblick in die Problematik erhalten habe.

Sehr schön auch, dass es in Dänemark anscheinend keine Berührungsängste zwischen Wissenschaftlern und Praktikern gibt und dass sich Wissenschaft hier offen zur Diskussion stellt.
Die im Anhang auf 37 Seiten vorgestellte Modenschau findet sicherlich nicht überall begeisterte Zustimmung und die Umsetzung der Funde in tragebare Kleidung durch die einzelnen Museen oder Wikingercentren ist auch durchaus diskussionswürdig, allerdings findet man hier mal erfrischend andere Ansätze!

Im Rahmen meiner (zugegeben sehr kurzen Recherche) für diesen Beitrag bin ich übrigens auch auf diesen amerikanischen Beitrag gestoßen :

https://www.youtube.com/watch?v=lYU29YFxA3Y

Samstag, 15. Oktober 2016

Islandprojekt Teil 13

Mein lang vernachlässigter Blog soll jetzt wieder etwas Auftrieb erfahren, denn ich konnte die im Islandprojekt als Grundlage verwendeten Textilstücke jetzt selbst im NatMus Islands in augenschein nehmen.
Inzwischen hat sich das Projekt auch rumgesprochen, Marianne hatte in Island schon mehrere Vorträge bei verschiedenen Gruppen gehalten. Und anscheinend auch bei der Wissenschaftlerin Michelle Hayeur, die wir im Vorfeld ja mehrfach - vergeblich - angeschrieben hatten.
Sie wird in zwei Wochen einen Vortrag in Island mit dem Thema 800 Jahre Textilgeschichte in Island halten, in Akureyri, und wird sich im Vorfeld mit Marianne treffen. Soooo schade, dass ich nicht dabei sein kann.
Ich hoffe Marianne wird hier über das Ergebnis des Gesprächs etwas schreiben.


Hier aber einige Fotos, die ich in der kleinen Sonderausstellung zur Bláklædda Konan machen konnte. Und ja, fotografieren ist erlaubt und die Vitrinen sind sogar mit eigener Lupe und einem an- und abschaltbaren Licht ausgestattet.








Montag, 13. Juni 2016

Wie dicht am Fund ist möglich/sinnvoll/erstrebenswert?

Nachdem es hier in den letzten Monaten sehr ruhig war, einfach weil ich viel gewebt, aber nichts Diskussionswürdiges zu schreiben hatte, hier mal endlich ein neuer Post.
Oft hört man die Aufforderung sich an Fundbelege bei der Ausrüstung zu halten. Das mag am besten beim Metall gehen, da hier noch viel erhalten ist, aber beim Textil sieht es schon schwieriger aus. Oft fehlen konkrete Funden und wenn, gibt es nur korridierte cm-große Stücke an Metallbeigaben. Das, was man findet, ist oft in Gräbern gefunden worden, was ebenfalls wieder eine Sondersituation ist. Und die ganz große Seltenheit sind komplette Kleidungsstücke wie zum Beispiel die Funde in

Baumsärgen aus der Bronzezeit in Dänemark: Bronzezeit im NatMus Dänemark
oder 
die Lendbreen Tunika aus dem Gletschereis: Film über Fund und Rekonstruktion
oder
aus den römisch beeinflussten Gebieten Vorderasiens, zum Beispiel aus Palästina
oder 
aus den Steppengebieten Asiens, hier unter anderm aus dem Tarimbecken

Für die vielen Zeiten und Regionen aus Mitteleuropa z. Bsp. gibt dagegen die Fundlage recht wenig her, wenn es um die Reproduktion von Kleidungsstücken geht. Zumindestens kann man zu den verwendeten Stoffen gelegentlich eine Aussage treffen, wie zum Beispiel zu den Stofffunden des Elisenhofs in Norddeutschland aus der Zeit des Frühmittelalters.
Erste Information zum Fundort findet ihr hier: Elisenhof bei Wikipedia




Bei der folgenden Arbeit beziehe ich mich auf das Buch:

Hundt, Hans-Jürgen 

Die Textil- und Schnurreste aus der frühgeschichtlichen Wurt Elisenhof (Studien zur Küstenarchäologie Schleswig-Holsteins. Ser.A, Elisenhof)

Lang, 1981

Dort werden die verschiedenen Funde beschrieben und dargestellt, in den für Weber klaren und sauber angefertigten Zeichnungen. Meine Absicht war, für einen Auftrag eins der dort dargestellten Textilfragmente nachzuarbeiten und zwar das Fragment E-91c.

Hierzu heißt es:

"Kleines Stück von einem dunkelbraunen 2/2 Rautenköper (Hundt benutzt hier Rautenköper synonym zu Diamantköper). Wolle mit Grannenhaaranteil. Kette: schwarzbraunes z-Garn von 0,5 - 0,7 mm Stärke: Dichte 10 Fäden auf 1 cm. Schuß: braunes s-Garn von 1-1,5 mm; Dichte 6 Fäden auf 1 cm. Umkehr im Schuss nach 9, in der Kette nach 10 Fäden." Hundt (s.o.), S. 108

Was heißt das jetzt für die Umsetzung?
1. Das Garn für das Original war von einer eher ursprünglichen Schafrasse gewonnen (Grannenhaare weisen auf zweilagiges Fell hin),
2. handgesponnen in zwei Spinnrichtungen und wahrscheinlich
3. am Gewichtswebstuhl gewebt,
4.das Garn war nicht gefärbt, sondern wurde in zwei natürlichen Farbschattierungen verwendet
5. die Bindung war ein gleichseitiger Diamantköper mit einem Rapport (sich wiederholendes Bindungsmuster) von 10 Fäden in der Kette und 9 Fäden im Schuss und wies eine
6. geringere Schussdichte wie Kettdichte auf.
Bei einigen dieser Punkte musste ich Abstriche machen und vom Original abweichen, erstens aus Zeit- und 2. aus Materialbeschaffungsgründen. Der Stoff soll ja erschwinglich bleiben und deshalb fiel für 1. und 2. die Vorbereitung des Vlieses und  das Handspinnen mit der Spindel von vorneherein aus. 
Hier gibt es eine interessante Übersicht über den Zeitbedarf beim Spinnen, am Spinnrad!!!
Auch die 3): das Weben am GWS entfiel aus demselben Grund, es ist deutlich zeitintensiver als das Weben am "modernen' Trittwebstuhl.


Zu 4): Ich wählte Einband, ein Garn in z-Spinnrichtung aus Islandschafwolle aus, das ebenfalls mit Grannenhaaren industriell versponnen wird  und in Naturfarben erhältlich ist. Mit einer Lauflänge von 450 m pro 100 g liegt es im Groben zwischen dem Originalkettgarn und -schussgarn.

Da es sehr schwierig ist, hier ein einfädiges Garn in Naturfarben und der richtigen Stärke zu bekommen, ganz zu schweigen von den unterschiedlichen Spinnrichtungen, entschloss ich mich, auch für den Schuss Einband zu verwenden.


5): die Bindung ist ohne Probleme am Trittwebstuhl zu realisieren und auch der Schussrapport ist einfach

6): als Ausgleich für den fehlenden Unterschied von Kett- und Schussgarn entschloss ich mich, die Kette mit 9 F/cm einzuziehen, aber nur 6 - 7 Schüsse pro cm einzutragen, so dass das Originalbild so in etwa erhalten bleibt.

Das Ergebnis gefällt mir recht gut, auch wenn ich Kompromisse eingehen musste! Bei einer Reproduktion sind außer dem Original auch immer die Prämissen zu beachten und die heißen sich an Zeitvorgaben, verfügbarem Material und vorhandenen Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu orientieren. Von daher kann es sich immer nur um eine Annäherung, nie um eine 1:1 Kopie handeln!


.

 

 


Freitag, 26. Februar 2016

Das Ergebnis - Islandprojekt Teil 12

Arbeiten von
Marianne: Spinnen, Färben, Nähen des leinenen Unterkleids, Nähen des Hängerocks Fingerloopband
Marled: Spinnen, Färben, Weben der Stoffe und Brettchenborte

Nachfolgend unsere Ausflistung der Arbeiten und der Vergleich mit dem Original bzw. seiner Beschreibung.
Wie man sieht, ist unsere Arbeit voller Kompromisse, aber auch Erkenntnisse, die wir vielleicht bei einem nchsten Versuche umsetzen können.
Die Ovalfibeln, die Kleeblattfibel und die Perlen entsprechen nicht dem Fund, weil wir in der Kürze der Zeit keine Repro derselben besorgen konnten!





Abkürzungen: n.a. nicht ausgeführt
Original
Anmerkung
Repro
Anmerkung

Wolle: Island
S. 37, keine Angabe über Grundfarbe
Wolle: Island
In D als Islandwolle gekauft, im Kammzug, Arbeitsschritt Scheren, Waschen, Kämmen n. a. , braun und weiß

Garn Schürze z/z
S.32, Spindel, keine Angaben über Twist und Fasertyp
Z/z
Spinnrad, tog und þel gemischt,



Farbe: Indigotin, vermutlich aus Waid, S. 32
Waidpulver Kremer
Gefärbt mit Entfärbermethode

Garn Träger
S. 35/37 z/s
Z/s
Spinnrad nur weiß




Farbe. Indigotin, vermutlich aus Waid
s.o.
s.o.












Stoff
Fragment, def. Als 2/2 Köper, 11/10 F/cm
S. 34
10 F/cm Schuss
11 F/cm,
fertige Breite
53 cm
Länge??
Interpretiert als Diamantköper, eingestellt auf eine Breite von 56 cm 568 F, Einzug 1-2-3-4-1-2 4-3-2-1-4-3
braunes Garn, da zu wenig Blau da war, blau als Schuss.
Der Diamant entspricht nicht der Ansicht im Foto
wahrscheinlich ist das Originalgarn dünner um einen querlanggestreckten Diamant zu erreichen.
Beim Weben sehr flusig, musste geschlichtet werden mit 2 El Maisstärke und 1 El Olivenöl auf ½ l Wasser


Brettchenborte
S. 33, light cream coloured central band, flanked by two brown bands
gezwirnt? 10 Brettchen? Foto S. 35,
Breite??
12 Brettchen
4 braun
4 hell
4 braun
Flechtenfärbung
Garn z gesponnen, s gezwirnt
Nicht als Starterborte integriert, sondern nachträglich aus technischen Gründen an den Stoff mit den Kettfäden als Schuss angewebt.
Fehler beim ersten Anweben: Brettchen z/s gestellt, nach gründlicher Ansicht des Fotos S. 34 wahrscheinlich alle, bis auf die Randbrettchen s-gestellt


Nähgarn
Keine Angaben
Wolle: Island
Tog, gekämmt, Waid
Hergestellt nach Funden in Grönland mit reinem Tog, gezwirnt, weniger als 1 mm Durchmesser, mit dem Spinnrad, gefärbt mit Entfärbermethode


Schnitt
S. 32 „apron dress“ k. w. A.
Schnitt für den smokkur
Vorderteil, Rückenteil, 2 seitl. Geren, Träger
Schnitt nach angenommenen Repros basierend auf Funden z. Bsp. Von Haithabu




Nähte
k. A.
Versäuberungsnaht


Nach visueller Inspektion der Fotos sind wir der Ansicht, dass die Träger evtl mit Überwendlingsstichen zusammengenäht wurden
Bei den anderen Nähten wurde zuerst die Kanten (bis auf die Webkanten) mit einem Sicherungsfaden umnäht, und die beiden Teile dann mit „running stitch“ zusammengenäht, Saumzugabe mit kleinen Stichen festgenäht


Träger
S. 35 – 37 2/2 Köper, Fadendichte 9/7, z/s Farbstoff getestet auf Indigotin, „strap was attached to the apron“
Träger nicht wie sonst in Fundlagen als Schlaufen befestigt (kleine vorne, längere hinten) sondern Fibelnadel durchsticht den Stoff des Hängerockes (verursachtes Loch deutlich zu erkennen auf S. 39)


Köper 2/2
Fadendichte 9/7 cm
Z/s
Problem: die Angabe der Fadendichte im Buch korrespondiert nicht mit dem Foto der Träger, darauf sind etwa 4 Fäden pro cm mit dünnerem Kett und dickerem Schussgarn zu erkennen, was auch durch die Ansicht des realen Fundes so bestätigt wird. Träger als Band gewebt, dadurch keine Kantenversäuberung notwendig.
Träger hinten direkt angenäht, vorne lose, Befestigung durch die Fibelnadel, die durch Stoff und Träger gestochen wird.